Was in der Arminiusmarkthalle entsteht, bleibt nicht in Berlin

Was in der Arminiusmarkthalle entsteht, bleibt nicht in Berlin

Eine Markthalle klingt nach einem seltsamen Ort für ein Atelier. Genau deshalb funktioniert er. In unserer Berliner Zunft[halle], der Arminiusmarkthalle, arbeiten Künstler dort, wo sonst gehandelt, geredet und gelebt wird. Kunst entsteht hier nicht hinter verschlossenen Türen, sondern mitten im Betrieb.

Und was in diesen Ateliers entsteht, bleibt selten stehen. Gerade eben haben mehrere Arbeiten die Halle verlassen und ihren Weg ins Weingut Dr. Heigel gefunden, darunter Werke von Peter Fleischer-Harkort, Tegene Kunbi, Marc von der Hocht, Manuel Gnam, Yero Adugna Eticha, Nils Vogt und Jelena Fužinato. Ein guter Freund ist ebenfalls dabei, und darauf sind wir ein bisschen stolz.

Peter Fleischer-Harkort kennt die großen Schulen. Von 2005 bis 2010 studierte er Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler bei Prof. Markus Lüpertz. Was ihn interessiert, ist das Groteske, und er behandelt es mit einer Ernsthaftigkeit, die ins Schmunzeln kippt. Der Titel eines seiner Bilder sagt eigentlich alles: „Das von Ihnen bestellte schöne Bild ist derzeit nicht verfügbar“. Es hängt heute in der Villa Wolf in Wachenheim an der Weinstraße. Wer mehr sehen will, findet auch seine Grafiken und Zeichnungen.

Tegene Kunbi steht für die internationale Seite dieser Halle. 2022 erhielt er den Grand Prix Léopold Sédar Senghor, den Hauptpreis der 14. Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst, 2026 ist er auf der Kunstbiennale in Venedig vertreten. Solche Arbeiten gehen bei uns ein und aus. Das ist kein Understatement, das ist der Anspruch.

Sehen kann man das alles am besten jetzt. Vom 9. bis 13. September läuft die Berlin Art Week, und die Arminiusmarkthalle ist mit mehreren Ausstellungen dabei. Fünf Tage, in denen die Halle offen zeigt, was sie sonst produziert.

Und der Wein? Der gehört dazu, nicht als Beiwerk, sondern als zweite Sprache für dasselbe Anliegen. Dass die Werke ausgerechnet im Weingut Dr. Heigel ankommen, ist kein Zufall. Kunst und Wein stellen dieselbe Frage, nur mit anderen Mitteln: Was bleibt, wenn das Schnelle vorbei ist.