Gusseisenkochgeschirr ist nahezu unverwüstlich – vorausgesetzt, es wird richtig gepflegt. Der wichtigste Schritt dafür ist das sogenannte Einbrennen oder Seasoning. Diese traditionelle Methode schützt das Material, verbessert die Kocheigenschaften und macht Pfannen sowie Töpfe über Jahrzehnte hinweg nutzbar. Wer den Prozess versteht, erkennt: Einbrennen ist keine Mühe, sondern die Grundlage echter Qualität.
Warum Gusseisen eingebrannt werden muss
Rohes Gusseisen besitzt eine offenporige Oberfläche. Ohne Schutz würde es schnell rosten und Speisen würden stark anhaften. Durch das Einbrennen entsteht eine natürliche Schutzschicht, die das Eisen versiegelt und gleichzeitig eine antihaftähnliche Oberfläche bildet.
Diese Patina besteht aus polymerisierten Ölen, die sich bei hoher Temperatur dauerhaft mit dem Metall verbinden. Je häufiger das Kochgeschirr benutzt und gepflegt wird, desto stabiler und besser wird diese Schicht.
Der Prozess des Einbrennens
Vor dem Einbrennen wird das Gusseisen gründlich gereinigt und vollständig getrocknet. Anschließend wird eine sehr dünne Schicht hitzebeständiges Öl – etwa Leinöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl – auf die gesamte Oberfläche aufgetragen. Überschüssiges Öl muss entfernt werden, da es sonst klebrig bleibt.
Das Kochgeschirr wird danach stark erhitzt, entweder im Backofen oder auf dem Herd. Bei dieser Hitze beginnt das Öl zu polymerisieren und verbindet sich mit der Oberfläche. Dieser Vorgang wird meist mehrmals wiederholt, um eine gleichmäßige, widerstandsfähige Patina aufzubauen.
Wichtig ist Geduld: Eine gute Schutzschicht entsteht nicht in Minuten, sondern durch wiederholtes Erhitzen und Abkühlen.
Pflege im Alltag
Ein eingebranntes Gusseisenstück sollte niemals in der Spülmaschine gereinigt werden. Warmes Wasser und eine Bürste reichen völlig aus. Auf Spülmittel sollte möglichst verzichtet werden, da es die Patina angreifen kann.
Nach dem Reinigen wird das Geschirr kurz erhitzt, um Restfeuchtigkeit zu entfernen, und bei Bedarf hauchdünn eingeölt. So bleibt die Schutzschicht erhalten und verbessert sich mit jeder Nutzung. Kleine Roststellen sind kein Problem – sie lassen sich entfernen und erneut einbrennen.
Warum Seasoning echte Qualität zeigt
Das Einbrennen von Gusseisen ist ein Beispiel für nachhaltige Nutzung statt Wegwerfmentalität. Anstatt Beschichtungen zu ersetzen, wird die Oberfläche immer wieder erneuert und verbessert. Ein gut gepflegtes Gusseisenkochgeschirr kann Generationen überdauern.
Diese Art der Pflege schafft zudem eine enge Beziehung zum Werkzeug. Man lernt, wie es reagiert, wie es sich entwickelt – und warum Qualität Zeit braucht.
Fazit
Gusseisen einbrennen ist kein einmaliger Schritt, sondern ein fortlaufender Prozess. Er schützt das Kochgeschirr, verbessert seine Funktion und macht es langlebig. Wer sich auf diese traditionelle Pflege einlässt, wird mit einem Kochwerkzeug belohnt, das mit jedem Einsatz besser wird – robust, ehrlich und zeitlos.