Das Problem der sterilen Turnhallen
Jeder, der schon einmal an einer klassischen Bürgerversammlung teilgenommen hat, kennt das Bild: grelles Neonlicht in einer städtischen Turnhalle oder einem Rathaus-Foyer, ein Monolog am Mikrofon und eine Atmosphäre, die eher an eine Behörde als an einen kreativen Aufbruch erinnert.
Das Problem dieser traditionellen Bürgerbeteiligung ist der Raum selbst. Er ist nicht einladend. Er schüchtert ein. So erreicht man oft nur die immer gleichen Akteure, aber nicht die breite, vielfältige Mitte der Nachbarschaft, deren Wissen für ein lebendiges Quartier so wertvoll ist.
Der Dritte Ort als demokratische Bühne
Hier setzen wir mit der Philosophie der Zunft[orte] an. Markthallen waren historisch schon immer die eigentlichen Marktplätze der Demokratie. Hier trafen sich Menschen aus allen Schichten, tauschten Neuigkeiten aus und diskutierten die Belange ihrer Stadt.
Menschen kommen am besten ins Gespräch, wenn die Atmosphäre entspannt ist. Eine gute Debatte über die Zukunft eines Viertels führt sich bei einem handwerklich gebrauten Bier oder einem Glas Wein von VinocomWines und einem guten Stück Käse deutlich konstruktiver als bei Wasser aus Plastikbechern im Gemeindehaus. Genuss verbindet und baut soziale Barrieren ab.
Community Spaces: Die Werkstätten der Nachbarschaft
Um diese Bürgerbeteiligung aktiv zu fördern, integrieren wir in unseren neuen Projekten – wie der Neuen Zeche Westerholt oder der Schrannenscheune in Rothenburg ob der Tauber – dedizierte Community Spaces.
Diese Räume innerhalb der Zunft[hallen] sind flexibel nutzbar und stehen der Nachbarschaft, Initiativen und der Stadtplanung offen. Wie kann das in der Praxis aussehen?
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Die Quartiers-Sprechstunde: Stadtplaner und lokale Politiker nutzen die Halle für offene Sprechstunden. Sie gehen dorthin, wo die Menschen ohnehin sind (Frequenzanker), anstatt darauf zu warten, dass die Menschen ins Rathaus kommen.
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Ideen-Inkubatoren: Die Räume können von lokalen Vereinen oder Start-ups für Workshops gebucht werden. Es sind offene „Zukunftswerkstätten“, in denen Ideen für mehr Grünflächen, bessere Radwege oder soziale Projekte im Kiez entwickelt werden.
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Kultur & Diskurs: Von der Podiumsdiskussion bis zum Nachbarschaftsplenum – die Spaces sind technisch voll ausgestattet (Phygital City) und können für Events genutzt werden, die das Viertel bewegen.
Tokenisierung: Beteiligung, die noch weiter geht
Wahre Bürgerbeteiligung endet jedoch nicht beim Mitreden, sondern gipfelt im Mitmachen und Mitbesitzen. Wie wir in unserem Bereich zur Tokenisierung bereits beleuchtet haben, ist das Crowd-Investing die konsequenteste Form der Teilhabe.
Wenn Bürger über Zunft[Werk] digitale Anteile an „ihrer“ Markthalle erwerben, sind sie nicht mehr nur Konsumenten oder Anwohner. Sie werden zu Miteigentümern. Sie entscheiden mit ihrem Kapital, dass Orte des Handwerks und der Begegnung in ihrer Stadt erhalten bleiben.
Fazit: Eine Stadt von allen, für alle
Stadtentwicklung funktioniert nur, wenn die Menschen den Wandel mittragen. Indem wir in den Zunft[orten] physische Räume für den Austausch schaffen und über das Zunft[Werk] die digitale und finanzielle Teilhabe ermöglichen, bauen wir Brücken. Wir machen aus Stadtplanung ein Gemeinschaftsprojekt – serviert auf einem gut gedeckten Tisch.