Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist der wichtigste soziale Kit einer Gesellschaft. Ein neuer Trend in der Stadtplanung, der „Gastro-Urbanismus“, rückt die Kulinarik ins Zentrum der Quartiersentwicklung. Warum Markthallen dabei die neuen Dorfplätze sind.
Der Bauch der Stadt
Früher wurden Städte um Marktplätze herum gebaut. Im 20. Jahrhundert verdrängten Autos und Bürotürme diese Zentren. Doch wir erleben eine Kehrtwende. Stadtplaner erkennen: Wo es gutes Essen gibt, da ist Leben. Gastro-Urbanismus bedeutet, Quartiere so zu planen, dass Gastronomie und Lebensmittelhandwerk nicht nur „Beiwerk“ sind, sondern der Motor für soziale Interaktion.
Tischgemeinschaft als Sozialstrategie
Der Fachbegriff lautet „Kommensalität“ – das gemeinsame Essen an einem Tisch. In einer individualisierten Gesellschaft sind Orte, die Kommensalität ermöglichen, Gold wert. In der Arminiusmarkthalle in Berlin lässt sich das täglich beobachten: An den langen Tafeln sitzen Menschen, die sich sonst nie begegnet wären. Der Manager teilt sich den Tisch mit dem Studenten, der Tourist mit dem Ur-Berliner. Essen baut Barrieren ab.
Zunft[Werk]: Den Marktplatz nach Hause holen
Dieses Prinzip der Verbindung durch Genuss ist die Basis unseres Tuns. Wenn wir die Schrannenscheune in Rothenburg revitalisieren, schaffen wir keinen simplen Gastronomie-Betrieb, sondern einen sozialen Ankerpunkt für die ganze Stadt. Und auch online bei Zunft[Werk] gilt: Wenn du Produkte unserer Händler kaufst, holst du dir nicht nur Kalorien nach Hause, sondern die Geschichten und die Kultur dieser Orte. Du wirst Teil der virtuellen Tischgemeinschaft.