Die gute Nachricht ist: Viele der Konzepte, die unsere Städte klimafreundlicher machen, existieren bereits. Wir müssen sie nur konsequent anwenden. In unseren Zunft[orten] setzen wir auf vier zentrale Säulen der nachhaltigen Stadtentwicklung.
1. Graue Energie bewahren: Das nachhaltigste Gebäude steht bereits
Der Bausektor ist weltweit für fast 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Jeder Abriss und jeder Neubau verschlingt gewaltige Mengen an Ressourcen und Energie. Das Prinzip der Zunft[hallen] basiert stattdessen auf Adaptive Reuse (Bauen im Bestand).
Anstatt abzureißen, revitalisieren wir. In jedem alten Ziegelstein der Schrannenscheune in Rothenburg und in der historischen Stahlkonstruktion der Arminiusmarkthalle in Berlin steckt sogenannte „Graue Energie“ – also jene Energie, die einst für die Herstellung der Baumaterialien aufgewendet wurde. Indem wir diese Gebäude erhalten, sparen wir Tausende Tonnen CO2.
Besonders deutlich wird das bei unserem Megaprojekt auf der Neuen Zeche Westerholt: Hier entsteht ein klimaneutrales Zukunftsquartier, bei dem im Sinne der Kreislaufwirtschaft sogar die unvermeidbaren Abrissmaterialien direkt vor Ort wiederverwendet werden.
2. Schwammstadt und Klima-Oasen: Kühle Rückzugsorte schaffen
Moderne Innenstädte leiden unter dem „Hitzeinsel-Effekt“. Asphalt und Beton speichern die Wärme. Historische Markthallen hingegen wurden oft so konzipiert, dass sie natürliche Klimaanlagen sind: Massive Wände, hohe Decken und ausgeklügelte Belüftungssysteme sorgen dafür, dass die warme Luft nach oben abzieht.
Sie fungieren im Hochsommer als kühle Rückzugsorte für die Quartiersbewohner. Gleichzeitig achten wir bei der Entwicklung neuer Standorte wie in Dortmund oder Westerholt auf Entsiegelung. Regenwasser wird nicht einfach in die Kanalisation geleitet, sondern auf dem Gelände gehalten (Schwammstadt-Prinzip), um das lokale Mikroklima durch Verdunstungskälte zu verbessern und naturnahe Grünflächen zu bewässern.
3. Kurze Wege, weniger CO2: Die Re-Regionalisierung der Logistik
Ein Großteil unserer klimaschädlichen Emissionen entsteht durch den Transport von Lebensmitteln quer über den Globus. Eine Markthalle ist die städtebauliche Antithese zur globalen Lieferkette. Wir bündeln die Erzeugnisse der Region an einem zentralen Ort in der Stadt („15-Minuten-Stadt“).
Das bedeutet: Weniger „Food Miles“ (Lebensmittelkilometer). Der Gemüsebauer, der Käser und der Bäcker produzieren im Umland und verkaufen im Zentrum. Das stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern kappt drastisch den CO2-Ausstoß der Logistik.
4. Zunft[Werk]: Gebündelte Effizienz auf der letzten Meile
Was für die physische Halle gilt, setzen wir auch in unserem digitalen Onlineshop konsequent um. Zunft[Werk] ermöglicht es, handwerkliche Qualität direkt nach Hause zu bestellen. Doch anstatt dass jeder Kunde einzeln mit dem Auto zu fünf verschiedenen Manufakturen aufs Land fährt, bündeln wir diese Logistik.
Zusammen mit Partnern wie VinocomWines, die bei der Auswahl ihrer Weingüter größten Wert auf nachhaltigen Weinbau, Terroir-Erhalt und gesunde Böden legen, schaffen wir einen Vertriebsweg, der Effizienz und Ökologie vereint. Weniger Einzelfahrten, weniger Verpackungsmüll, mehr gebündelter Genuss.
Fazit: Konsum als Klimaschutz
Stadtentwicklung und Klimaschutz werden oft als Verbotsdebatte geführt. Wir beweisen, dass der Wandel genussvoll sein kann. Wer in der Zunft[halle] isst oder über Zunft[Werk] regionale Produkte kauft, trifft eine aktive Entscheidung für das Klima. Man unterstützt kurze Wege, den Erhalt historischer Architektur und eine Wirtschaftskreislauf, der unsere Erde respektiert.
Wir können den Klimawandel nicht mit einem einzigen Bauprojekt aufhalten. Aber wir können Quartiere schaffen, die zeigen, wie die Lösung aussieht.