Placemaking: Wie aus Raum ein Ort wird

Placemaking: Wie aus Raum ein Ort wird

Architektur baut Gebäude, aber Menschen schaffen Orte. In der modernen Stadtentwicklung fällt oft der Begriff „Placemaking“. Es ist ein Ansatz, der die Planung vom Kopf auf die Füße stellt: Statt Beton und Glas stehen Bedürfnisse und Emotionen im Mittelpunkt. Ein Blick darauf, wie Identität entsteht.

Mehr als nur Design

Placemaking ist ein vielschichtiger Prozess der Stadtplanung, der darauf abzielt, öffentliche Räume so zu gestalten, dass sie Gesundheit, Glück und Wohlbefinden der Menschen fördern. Der Begriff unterscheidet dabei strikt zwischen „Space“ (dem physischen Raum) und „Place“ (dem belebten Ort).

Ein leerer Platz ist „Space“. Ein Platz, auf dem Menschen sitzen, essen, spielen und reden, wird zum „Place“. Placemaking ist also die Kunst, Räume mit Bedeutung aufzuladen. Es geht nicht darum, was schick aussieht, sondern was funktioniert. Schlüsselfaktoren sind dabei:

  1. Nutzung & Aktivität: Gibt es Gründe, hier zu sein?

  2. Komfort & Image: Fühlt man sich sicher und wohl?

  3. Zugang & Verbindung: Ist der Ort gut erreichbar und vernetzt?

  4. Geselligkeit: Ist es ein Ort, an dem man Freunde trifft?

Kuratierung als Schlüssel zum Erfolg

Erfolgreiches Placemaking passiert selten durch Zufall. In Markthallen und Quartierszentren ist die Kuratierungentscheidend. Welche Händler passen zusammen? Wie riecht es? Wie ist das Licht? Wo kann man sitzen, ohne etwas kaufen zu müssen?

In der Arminiusmarkthalle in Berlin-Moabit lässt sich Placemaking live beobachten. Die Halle ist nicht nur eine Ansammlung von Verkaufsständen. Durch Events, lange Tafeln und eine sorgfältige Auswahl an Gastronomie und Handwerk wurde aus einem Baudenkmal ein lebendiger Organismus. Die Halle schafft Identität für ganz Moabit.

Placemaking an neuen Standorten

Diese Philosophie ist der Kern unserer Expansion. Wenn wir Projekte wie in Dortmund entwickeln oder die Schrannenscheune in Rothenburg ob der Tauber revitalisieren, wenden wir Placemaking-Prinzipien an. Wir fragen zuerst: Was braucht die Nachbarschaft? Welche Geschichte erzählt das Gebäude? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, ziehen Produkte und Händler ein. Denn wir bei Zunft[Werk] glauben: Nur wo echte Aufenthaltsqualität herrscht, kann auch ehrliches Handwerk und guter Geschmack gedeihen.