Der Handel erfindet sich neu: Warum hybride Zunft[orte] die Zukunft der Innenstadt sind

Der Handel erfindet sich neu: Warum hybride Zunft[orte] die Zukunft der Innenstadt sind

In Krisenzeiten trennt sich die Spreu vom Weizen. Während der klassische, monofunktionale Einzelhandel in den Innenstädten zunehmend unter Druck gerät, beweisen hybride Geschäftsmodelle eine enorme Krisenresistenz. Menschen suchen heute mehr als nur einen Ort zum Einkaufen – sie suchen Erlebnisse, Gemeinschaft und Haptik. Wie die Die Zunft AG mit ihren Zunft[orten] und dem digitalen Zunft[netz] den Handel revolutioniert und warum die Arminiusmarkthalle in Berlin erst der Anfang ist.

„Gute Orte zu guten Konditionen sind heute gefragt“, fasst Christoph Hinderfeld, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Die Zunft AG, die aktuelle Marktlage zusammen. Es geht um die Rückbesinnung auf faire Handelsansätze und kompromisslose Qualität. Das historische Vorbild dafür sind die Zünfte des Mittelalters – bürgernah, verantwortungsbewusst und gemeinschaftlich. Wir übersetzen dieses Prinzip ins 21. Jahrhundert.

Das Berliner Vorbild: Kleinteiligkeit als Erfolgsgarant

Wie dieses Konzept in der Praxis glänzt, beweist die Arminiusmarkthalle in Berlin-Moabit. Eröffnet 1891, beeindruckt sie nicht nur durch 15 Meter hohe Decken und eine kathedralenartige Architektur, sondern vor allem durch ihren lebendigen Nutzungsmix. Nostalgie trifft auf junge Kiez-Ideen.

Warum funktioniert dieses Modell so viel besser als eine klassische Shopping-Mall?

  • Kleinteilige Nutzung: Neben 32 hochwertig bestückten Marktständen gibt es Pop-up-Konzepte, Bars und integrierte Dienstleistungen (wie ein Bürgerbüro).

  • Wirtschaftliche Resilienz: Das Risiko ist breit gestreut. „Faire Mieten und gut ausgesuchte Mieter bürgen für Erfolg“, erklärt Hinderfeld. Fällt ein Mieter aus, stehen drei bis vier neue Interessenten bereit.

  • Event-Kultur: Mit ihrem Berlin-Babylon-Setting der 20er Jahre ist die Halle eine internationale Eventlocation par excellence – von der „Langen Nacht der Weine“ bis zu Kunst- und Designmärkten.

Vom Einzelkämpfer zur Gemeinschaft: Das Zunft[netz]

Der entscheidende Vorteil für Händler in unseren neuen Zunft[orten] liegt jedoch nicht nur in der Architektur, sondern in der Vernetzung. Wer bei uns mietet, mietet sich in ein Ökosystem ein.

Wir nennen es das Zunft[netz]. Es definiert das Miteinander neu:

  1. Ressourcen teilen: Synergien werden aktiv genutzt – ob bei Logistik, Marketing oder Eventplanung.

  2. Die Cloud-Plattform: Ein High-Performance-WiFi-Netz verbindet alle Stakeholder – Kunden, Erzeuger, Gastronomen und Wohnungseigentümer. Es optimiert Prozesse und bietet smarte Services direkt vor Ort.

  3. Standort-Synergien: Die verschiedenen Zunft[orte] werden miteinander verlinkt, sodass Händler von einer überregionalen Strahlkraft profitieren.

Phygitale Symbiose: Haptik trifft High-Tech

Wir glauben an das Fühlen, Riechen und Schmecken. Dritte Orte müssen analoge Sinnlichkeit bieten. Gleichzeitig lassen wir die Digitalisierung nicht auf der Strecke.

Unsere hybriden Formate beweisen das schon heute: Wenn Sie beispielsweise nach „Gebratenes Kalbsbries mit Linsensalat“ googeln, dominieren Plattformen unseres Zunft-Kommunikationsbereiches die obersten Suchergebnisse. Wir fangen die Kunden digital ab und führen sie in die analoge Welt unserer Markthallen und Produkte.

Der Rollout: Die nächsten Zunft[orte] stehen in den Startlöchern

Die Zeit für dieses Modell ist reif. Manche Ideen waren ihrer Zeit voraus – wie unsere Planungen für die Rinderauktionshalle am Prenzlauer Berg (2004) oder die Zeche Zollverein (2012). Doch heute ist der Markt bereit für diese Rückbesinnung.

Aktuell treiben wir die nächsten Meilensteine durch die politischen Gremien:

  • Zunft[quartier] Zeche Westerholt: An der Stadtgrenze von Herten und Gelsenkirchen entsteht auf einem ehemaligen Bergwerksareal ein visionäres Quartier für Arbeiten, Wohnen und Genießen.

  • Schrannenscheune Rothenburg ob der Tauber: Die Revitalisierung eines historischen Getreidespeichers zu einem lebendigen Marktplatz.

Und der Blick geht weiter: Erste Gespräche für faszinierende Locations in Bamberg, Dornbirn, Dortmund, Köln und Mannheim laufen bereits. Unser Fokus bleibt dabei immer gleich: Authentische, reversible Architektur, exzellente Erreichbarkeit und Mieten, die den Händlern das Überleben nicht nur ermöglichen, sondern sie wirtschaftlich aufblühen lassen.

Der Handel stirbt nicht – er zieht um. In die Zunft[orte].